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& lasst uns doch gerne einen Kommentar da

4 Tage Ho-Chi-Minh City, Walkingstreet und mit dem Nachtbus weiter nach Mui Ne:

Während der Fahrt in unserem Grab-Car wurde uns nochmal ganz deutlich: Wir sind in einer ganz anderen Welt – wir sind an gefühlt 2 Millionen Rollern und Autos vorbeigefahren. Einfach komplett chaotisch. Aus Thailand, Sri Lanka und Bali sind wir schon viel gewohnt, doch das hier übertrumpft einfach alles.


Hast du gewusst, dass in Vietnam Rechtverkehr ist? Wir waren um ehrlich zu sein etwas verwundert, da wir aus den asiatischen Ländern bisher immer nur Linksverkehr gewohnt .

Jeder fährt wie er will, ein Dauerhupen. Der Verkehr ist eine wirkliche Katastrophe. Es wird nach dem Motto „wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht"gefahren. Hupen ist Vietnam wohl wirklich Pflicht. Wer hupt hat Vorfahrt, wer nicht hupt bleibt meist stehen.


Wir waren wirklich froh, als der Fahrer uns vor unserem Hotel rausließ. Allerdings hielt die Freude nur kurz an, da wir bemerkten, dass wir uns mitten auf der Walkingstreet befanden. Wir dachten uns nur „Na toll, das kann laut werden die Tage“. Wie wir auf das Hotel gekommen sind? Es war mit am günstigsten und hat gute Bewertungen.

Da wir gegen 11 Uhr vormittags ankamen war unser Zimmer noch nicht fertig und wir mussten noch eine Stunde warten. Also nutzen wir die Zeit. Da wir Hunger hatten suchten wir ein naheliegendes Restaurant auf, das uns optisch ansprach. Schnell wurde uns bewusst, dass Schnelligkeit nicht gerade eine Kernkompetenz der Menschen hier ist. Allein die Bestellung der Getränke dauerte 10 Minuten, wobei das Restaurant leer war. Doch die Bedienung war sehr freundlich und zuvorkommend. Das Essen war auch wirklich sehr lecker.

Nach dem Essen hatten wir Glück und konnten in unser Zimmer einchecken.


Achso, du weißt noch gar nicht in welchem Hotel wir untergekommen sind: Das Hotel heißt „Castella“. Von außen sieht es ganz schnuckelig aus und auch der erste Eindruck war wirklich voll in Ordnung. Bezahlt haben wir pro Nach 8 Euro. Als wir unser Zimmer betreten haben waren wir für einen kurzen Moment sprachlos. Diesmal aber leider nicht im positiven Sinne. Wir blickten auf ein Doppelbett, das den größten Teil des Zimmers einnahm – nicht weil es so riesig war, sondern weil das Zimmer so extremst winzig ist. Wir wussten gar nicht so recht, wo wir unser Gepäck abstellen sollten, weil einfach kein Platz war.



Wir konnten nicht mal aneinander vorbeilaufen. Wirklich – ungelogen. Fast schlimmer aber war eigentlich das „Bad“, welches im hinteren Eck vom Zimmer lag und im Prinzip kein Bad war, da lediglich eine Scheibe, mit großer Öffnung, es vom Rest des Zimmers trennte, die Scheibe hätte man im Prinzip auch weglassen können. Uns war bewusst, das wird eine harte Zeit und wir werden unseren Partner von einer ganz anderen Seite kennenlernen… Das schweißt zusammen!



Die Bilder im Internet wurden so gemacht, dass das Zimmer riesig erschien, bzw. glauben wir, dass es von unserem gebuchten Zimmer nicht wirklich Bilder gab, sondern andere Zimmer als dieses „verkauft“ wurden. Aber wir wollten uns darüber nicht beschweren, immerhin war das Zimmer sauber!

Dass das Zimmer so eng war hat natürlich auch damit zu tun, dass hier in der Straße alle Häuser in die Höhe, statt in die Breite gebaut wurden. Allein der Flur in dem Hotel ist so schmal gehalten, dass man kaum hindurchpasst.

Wenigstens hatten wir gutes WLAN, sodass wir die Tage hier gut an unserem Blog arbeiten konnten und unsere Seite neu designt haben. Und wir müssen sagen, vom Nachtleben haben wir auf unserem Zimmer nicht wirklich was mitbekommen, wir hatten also wirklich ruhige Nächte.




Marc hatte keinerlei saubere Wäsche mehr, sodass wir uns gleich nach einem Wäscheservice erkundet haben. Die Preise waren zwar nicht so günstig wie in Thailand, trotzdem fair. Direkt in unserem Hotel haben sie für ein Kilo Wäsche umgerechnet 1,50 € verlangt. Das hätte man natürlich auch günstiger haben können, wenn wir weitergesucht hätten, doch uns war in dem Moment der bequeme Weg wirklich lieber. Unsere Sachen waren wegen der hohen Luftfeuchtigkeit von den Malediven schwerer geworden. Insgesamt hatten wir 10 Kilo Wäsche zum Waschen – Wahnsinn oder? Die Hotelbesitzer waren so nett und haben uns zwei Kilo geschenkt. Wir haben also 8 Kilo Wäsche zum Preis von 10 waschen lassen. Das war wirklich fair!

Achja, zum Thema Preise: Wir haben gehört, dass in Vietnam grundsätzlich jeder Preis verhandelbar ist. Sogar der Wechselkurs auf der Bank. Du kannst dir also sicher sein, dass der erste Preis, den du genannt bekommst, grundsätzlich zu teuer ist. Handeln ist das A und O um nicht zu viel Geld auszugeben.



Am nächsten Morgen wurden wir vom Lärm spielender Kinder und Gehupe geweckt. Nach dem Frühstück sind wir die Walkingstreet entlanggelaufen. Wir haben viele Straßenstände und Restaurants mit den markanten Plastikstühlen entdeckt. Wenn wir einmal in die kleinen Seitengassen blickten standen wir so zusagen mitten im Wohnzimmer der Menschen. Was wir hier alles entdeckten ist sonderbar: Eine Familie lebt oft in einer Einzimmerwohnung, die nicht mal eine Außenwand hat, sodass ihr Leben wirklich auf den Gassen stattfindet, durch die wir laufen. Wir sahen eine Frau, die sich die Füße schrubbte, daneben Gemüse, Fleisch, das auf dem Boden lag, einen Friseursalon mitten auf der Straße - es findet einfach das ganze Leben auf der Straße statt, an ein und demselben Ort. Aus Respekt haben wir keine Bilder der „Armut“ gemacht.



Leider ist es fast unmöglich, sich in Ruhe umzusehen, die Gegend und das Neue in sich aufzunehmen, weil man sogar hier in der Walkingstreet auf Roller achten muss – Die kommen einfach von allen Richtungen.

Was uns in Saigon zugleich extrem aufgefallen ist, dass man sehr oft gefragt wird ob man Drogen kaufen möchte oder, wenn Marc alleine unterwegs war, er oft nach „Bumbum“, also Sex gefragt wurde.

Das hat uns etwas abgeschreckt, da wir nicht damit gerechnet hatten. In Vietnam sind Drogen übrigens auch verboten falls ihr das noch nicht wusstet und mal hierherkommt.

Im Vergleich zu Thailand gibt es hier noch viel mehr Restaurants an einem Fleck, spätestens alle 10 Meter kommt ein neues Restaurant, ein Essenswagen oder eine Hinterhofküche.

Was uns außerdem aufgefallen ist: Mit Englisch kommt man nicht weit. Zumindest größtenteils nicht. Ohne Übersetzer und Zeichensprache ist an Kommunikation mit den Vietnamesen nicht zu denken, vor allem nicht mit den etwas älteren.



Wer es liebt Party zu machen ist vor allem am Wochenende genau richtig auf der Walkingstreet. Nachts gehen hier auch die Einheimischen aus. Alle Bars und Restaurants erwachen zum Leben, drehen laute Musik auf und bieten Happy Hour an. Es ist definitiv ein kurzer Besuch wert, allein um zu sehen, wie es hier abgeht. Allerdings ist es recht teuer und einfach nur extrem überfüllt, sodass wir uns persönlich hier nicht wohl fühlten. Ein Besuch auf dem Oktoberfest im Festzelt ist dagegen harmlos. Wir haben für den Heimweg durch die Menschenmengen zum Beispiel über eine halbe Stunde benötigt. Tagsüber schafft man die Strecke in 2 Minuten.


Nach unserem ersten Schock haben wir dann auch die andere, schöne Seite der Stadt kennenlernen dürfen. Die Stadt Saigon, bzw. Ho Chi Minh wurde erst im Laufe der letzten Jahrzehnte richtig groß und wichtig und bietet deswegen nicht ganz so viele besondere Sehenswürdigkeiten wie andere Großstädte. Ein paar Highlights solltest du dir hier allerdings nicht entgehen lassen:



In Saigon kommt man nicht an der traurigen Kriegsgeschichte vorbei. Das sollte man auch gar nicht, schließlich gehört der Krieg zu der Geschichte Vietnams. Der Vietnamkrieg hat nicht nur Vietnam, sondern auch große Teile Asiens für immer verändert. Außerdem zählt er zu den schrecklichsten Kriegen, die es jemals gegeben hat. In dem Kriegsmuseum wird genau das gezeigt und zur Geltung gebracht. Wir waren nach dem Besuch wirklich schockiert, da wir, mit Bildern und Geschichten der ganzen Brutalität konfrontiert wurden. Aus Respekt gegenüber den ganzen Opfern haben wir keine Bilder gemacht. Bezahlt haben wir für den Besuch 1,50 €. Unserer Meinung ist der Besuch dieses Museums wirklich Pflicht, allerdings kann es dir passieren, dass du hin und wieder mit Tränen zu kämpfen hast.




Diese Kathedrale ist sicher in keinster Weise mit dem Original in Paris zu vergleichen, allerdings ist sie in Vietnam nahezu einzigartig. Leider wird die Kathedrale bis Ende 2019 restauriert, deshalb konnten wir sie nur von außen besichtigen. Auch für ein Foto war das Gerüst sehr hinderlich, allerdings ließ sich erahnen, wie sie ungerüstet aussehen mag. Wenn du also 2020 nach Vietnam kommen solltest oder danach, wäre es eine Überlegung wert hier mal vorbeizuschauen.


Wir sind keine Typen für Museen oder klassisches Sightseeing. Uns interessiert bei Ländern und Städten immer eher das Gefühl einer Umgebung, wie Menschen miteinander agieren und wie der Alltag abläuft. Wenn du also viel Wert auf Sightseeing legst, gibt es mit Sicherheit noch viele weitere Orte, die für dich in Frage kommen können.

Zwei bis drei Nächte reichen normal aus. Wir verlängerten allerdings um eine Nacht, da wir hier eine mittlerweile Freundin kennenlernen durften. Wenn du auch spontan verlängern möchtest oder musst, raten wir dir die Verlängerung im Internet, statt vor Ort zu buchen. Agoda ist einfach viel preisgünstiger und die meisten Hotels kommen einem preislich nicht entgegen.


Von Saigon sind wir mit dem Sleeperbus weiter nach Mui Ne gefahren. Die Erfahrungen, die man im Internet über Vietnams Nachtbusse liest sind teilweise wirklich Horrorgeschichten, wie man muss auf dem Boden schlafen, es ist richtig kalt, es gibt keine intakte Beleuchtung, Fenster sind durch Pappen ersetzt, es gibt keine Toiletten, usw.

Wir müssen sagen, dass wir sehr gute Erfahrungen gemacht haben: Der Stuhl, bzw. das Bett war wirklich ganz bequem und wir konnten beide unsere doch recht langen Beine ausstrecken. Kalt war es wirklich, allerdings bekamen wir Decken und waren recht warm angezogen, da wir durch die Bewertungen vorgewarnt waren. Daher war es gut auszuhalten und wir schliefen beide gut. Wir konnten zuvor Plätze reservieren, die wir dann auch tatsächlich bekamen. Der Bus war halb leer und wir konnten unsere Sachen ausbreiten. Unsere großen Rucksäcke fanden in der Ladefläche platz. Statt angegebenen 6 Stunden waren wir nur 4 einhalb Stunden inklusive Stopp unterwegs.



So laut, wild, überlaufen, fremd und anstrengend Saigon auf uns gewirkt hat, so hat uns besonders die andere Seite der asiatischen Großstadt überrascht: Schöne Cafes, atemberaubende Tempel, ein tolles Shopping-Paradies, gute Massagen, erstaunliche Eindrücke und Freundlichkeit der Vietnamesen. Auch wenn uns natürlich die „negativen“ Eindrücke abgeschreckt haben und wir einen Kulturschock erlitten haben, ist doch eigentlich das Entdecken fremder Kulturen gerade der Grund warum wir reisen und es macht Spaß zu sehen, wie andere Menschen leben, ihren Alltag gestalten und zu sehen, was sie glücklich macht. Egal in welchem Standard man aufwächst, die Menschen sind dort Zuhause und sind einfach glücklich. Wenn du nach Vietnam reist, nehme dir wirklich Zeit um Anzukommen.

Englisch ist in Vietnam einfach keine Selbstverständlichkeit. Je günstiger die Unterkünfte werden oder das Restaurant, desto schlechter werden die Englischkenntnisse der Besitzer. Mit Mimik und Gestik kommt man in dem Fall aber meistens weiter. Ansonsten können wir die App „SayHi“ empfehlen.

Allerdings müssen wir sagen, dass uns nach 4 Tagen der ständige Geräuschpegel und die unglaublichen Menschen – und Motoradmassen kräftig zugesetzt haben und wir uns sehr auf Mui Ne gefreut haben.

So, hiermit bist du auch schon am Ende unseres großen Saigon Reiseberichts angekommen. Wenn du noch Fragen oder Anregungen hast schreib uns gerne einen Kommentar. Wir freuen uns darüber. Ansonsten sagen wir bis zum nächsten Beitrag in Mui Ne.



Ganz liebe Grüße,


Sabrina & Marc


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Hallo Ihr!

Ihr fragt euch, wer hier eigentlich schreibt?

 

Wir sind 's: Marc & Sabrina, die Gründer von GEPACKT-GETAN.

Im September 2018 haben wir unseren Mut zusammengepackt, unsere Jobs gekündigt, die Backpacks gepackt und die Welt zu unserem neuen Zuhause gemacht. 

> Hier erfahrt ihr die ganze Geschichte <

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