Viel Spaß beim Lesen

& lasst uns doch gerne einen Kommentar da

88 Tage Farmarbeit in Australien - alles was du wissen musst:


Vorab - die folgenden Informationen, die wir hier in diesem Beitrag geben, zählen alle nur für das Working Holiday Visa 417!


Wofür sind 88 Tage Farmarbeit gut? Wieso „verschwenden wir unsere Zeit auf einer Farm“, anstatt in unseren Berufen zu arbeiten?


Wenn wir 88 Tage Farmarbeit absolviert haben, können wir unser zweites Working Holiday Visum beantragen. Ist das nicht GEIL??? Mit ein bisschen Arbeit gleich ein ganzes Jahr mehr in Australien bleiben zu können oder irgendwann die Chance zu haben, nochmal zu kommen??



Habt ihr eine Vorstellung, was alles unter Farmarbeit fällt? - ok, wenn wir es ganz genau nehmen, ist Farmarbeit der falsche Begriff, denn es gibt mehr als nur Farmarbeit, was vom Government als drei Monate spezifizierte Arbeit anerkannt wird.



Pflanzen-und Tieranbau:

Dazu zählt:


• die Ernte und / oder Verpackung von Obst und Gemüse

• Beschneiden von Weinstöcken und Bäumen

• allgemeine Wartungsarbeit

• Anbau oder Vermehrung von Pflanzen, Pilzen oder ihren Produkten oder Teilen

• sofortige Verarbeitung pflanzlicher Produkte

• Haltung von Tieren zum Zweck des Verkaufs von ihnen oder ihrer Körperprodukte einschließlich natürlicher Vermehrung. Die Haltung von Tieren für Tourismus- oder Erholungszwecke ist nicht zulässig.

• sofortige Verarbeitung tierischer Produkte, einschließlich Scheren, Schlachten, Verpacken und Gerben

• Herstellung von Milchprodukten aus Rohmaterial.

Angeln und Perlen:

Dazu zählt:


• Durchführung von Vorgängen, die sich direkt auf die Entnahme oder den Fang von Fischen und anderen aquatischen Arten beziehen

• Durchführung von Vorgängen, die sich direkt auf das Entnehmen oder Züchten von Perlen oder Perlenschalen beziehen

Baumzucht und Holzfällung:

Dazu zählt:


• Anpflanzen oder Pflegen von Bäumen in einer Plantage oder einem Wald, die gefällt werden sollen

• Bäume in einer Plantage oder einem Wald fällen

• Transport von Bäumen oder Baumteilen, die auf einer Plantage oder einem Wald gefällt wurden, an den Ort, an dem sie gemahlen werden sollen

Bergbau:

Dazu zählt:


• Kohle abbauen

• Öl- und Gasförderung

• Metallerzbergbau

• Baustoffbergbau

• Exploration von nichtmetallischen Mineralien und Gewinnung von Steinbrüchen

• Bergbauunterstützungsdienste

Konstruktion:

Dazu zählt:


• Wohnungsbau

• Nichtwohngebäude

• Schwer- und Tiefbau

• Dienstleistungen in Bezug auf Landentwicklung und Standortvorbereitung

• Dienstleistungen in Bezug auf die Gebäudestruktur

• Gebäudeinstallationsdienste

• Dienstleistungen zur Fertigstellung von Gebäuden

• andere Bauleistungen

Eine ausführliche Auflistung findest du auf der Seite vom Government!


Wichtig ist es also, im Vorfeld mit dem Arbeitgeber abzuklären, was genau in deinen Aufgabenbereich fällt. Ein doofes Beispiel, nur damit du verstehst was wir meinen ist z.B. wenn du Kontakt mit einem Farmer hast, er dir einen Job auf seiner Farm anbietet - du dich natürlich freust und hinfährst und dann erfährst, dass du auf seine Kinder aufpassen musst oder kochen musst - das zählt natürlich nicht, auch wenn dein Arbeitsort ein Bauernhof ist.


=> Eine der oben aufgeführten Aufgabe muss also zu deiner primären Tätigkeit gehören.



Wenn du jetzt einen Job in einer der Branchen gefunden hast, ist es wichtig, dass du die Postleitzahl deines zukünftigen Arbeitsort erfährst, da die Einwanderungsbehörde nur Arbeiten in bestimmten Gebieten anerkennt.


Großstädte wie Melbourne, Sydney und Perth fallen da auf jeden Fall raus, denn die 88 Tage sollen in abgelegeneren Teilen des Landes absolviert werden.


Wenn du noch nie in Australien warst, denkst du dir jetzt sicher „Bleibt dann überhaupt noch viel zur Auswahl?“ Oh ja, definitiv: Australien ist riesig!


Hier fügen wir die Postleitzahlen, die in Frage kommen auf:

New South Wales

2311 bis 2312

2328 bis 2411

2420 bis 2490

2536 bis 2551

2575 bis 2594

2618 bis 2739

2787 bis 2899

Ausgenommen sind Sydney, Newcastle, die Central Coast und Wollongong


Norfolkinsel

Ganz Norfolkinsel


Northern Territory

Ganz Northern Territory


Queensland

4124 bis 4125

4133

4211

4270 bis 4272

4275

4280

4285

4287

4307 bis 4499

4510

4512

4515 bis 4519

4522 bis 4899

Ausgeschlossen sind der Großraum Brisbane und die Gold Coast


Südaustralien

Ganz Südaustralien


Tasmanien

Ganz Tasmanien


Victoria

3139

3211 bis 3334

3340 bis 3424

3430 bis 3649

3658 bis 3749

3753

3756

3758

3762

3764

3778 bis 3781

3783

3797

3799

3810-3909

3921-3925

3945-3974

3979

3981-3996

Ausgeschlossen ist Großraum Melbourne


West-Australien

6041 bis 6044

6055 bis 6056

6069

6076

6083 bis 6084

6111

6121 bis 6126

6200 bis 6799

Ohne Perth und Umgebung



Wenn deine Postleitzahl dabei ist und die Bezahlung stimmt (mind. Mindestlohn), dann sagen wir nur:

Glückwunsch zum Job!


Wie lange du hier jetzt arbeitest ist erstmal egal, denn es spielt keine Rolle, ob du die 88 Tage am Stück, beim selben Arbeitgeber oder verteilt, bei verschiedenen Arbeitgebern absolvierst. Es zählt nur, dass du am Ende 88 Tage zusammenbekommst.



Wie du die 88 Tage, bzw. 3 Monate zusammenzählst, erklären wir dir jetzt:


Die Kurzerklärung ist folgende: Um die für drei Monate angegebene Arbeitsanforderung zu erfüllen, musst du einfach nur während den drei Monaten (88 Kalendertagen) genauso viel arbeiten, wie ein Vollzeitmitarbeiter in dieser Zeit in der jeweiligen Branche arbeitet.


Voraussetzung sind 5 Arbeitstage pro Woche - alles andere würde nicht unter Vollzeit fallen. Natürlich kannst du auch nur Teilzeit arbeiten, das würde aber bedeuten, dass du länger als 3 Monate arbeiten musst.


Natürlich gibt es hier eine Ausnahme: Dem Government würde es nicht auffallen, wenn du z.B. pro Tag 10 Stunden arbeitest und nach 4 Tagen (alles unter 5 Tage die Woche ist nämlich keine Vollzeit mehr) 40 Stunden zusammenhast, allerdings NUR, wenn du mit deinem Arbeitgeber ausmachst, dass du auf deinen Payslips nur die Wochenstunden, statt Tage stehen hast!


Ob du dich für diesen Weg entscheidest bleibt dir überlassen, wir halten persönlich nicht viel davon, wollen es aber trotzdem kurz erwähnt haben - allerdings kann es natürlich zu Problemen kommen, wenn das Government es über irgendeinen Weg herausfinden sollte, denn dann fehlen dir Tage, wenn es bereits zu spät sein kann.


Was du hierfür wissen musst: Du wirst egal wo nicht als Vollzeitmitarbeiter angestellt, sondern als „Casual Employment“, musst aber genauso arbeiten wie die Festangestellten Vollzeitmitarbeiter, oder eben so, wie es in der jeweiligen Branche üblich ist.


Das heißt ganz einfach: Vollzeit heißt mindestens 5 Tage die Woche arbeiten!


Wenn in dem Betrieb, in dem du anfängst eine normale Arbeitswoche 35 Stunden hat, musst du täglich 7 Stunden, 5 Tage die Woche arbeiten. Nach 5 Tagen kommst du dann auf deine 35 Stunden und hast somit Vollzeit gearbeitet. Am Wochenende hast du frei und trotzdem zählt deine Arbeitswoche als 7 volle Tage für deine 88 Tage.


Wenn dein Betrieb aber sagt, eine Woche hat 40 Stunden und du arbeitest nur 35, weil du von deinem Freund gehört hast, er muss auch nur 35 Stunden die Woche arbeiten, dann zählt für dich keine Komplette Woche, da du weniger arbeitest als es bei einem Vollzeitbeschäftigten üblich ist.

Ein anderes Beispiel:


In einer Branche ist es normal, dass man 2 Wochen am Stück durcharbeitet und darauf 2 Wochen frei hat, diese aber trotzdem bezahlt bekommt, gilt das als 4 Wochen (28 Tage) Arbeitszeit (weil Vollzeit in dieser Branche so definiert wird).


Es gibt also keine generelle Regel für wie viele Stunden man am Tag arbeiten muss, sondern hängt das von dem Job ab, den man hat und was in dieser Branche üblich ist.


Die durchschnittliche Vollzeit Arbeitswoche beträgt allerdings 35 bis 40 Stunden die Woche.


Damit sich das Government nicht wundert und aus Unklarheit dein Visum ablehnt, empfiehlt es sich immer dieses Formular, welches vom Arbeitgeber ausgefüllt und unterschrieben sein muss, mitzuschicken, denn daraus lässt sich der Name, die Anschrift, die Betriebsnummer, der Zeitraum und die Art der Arbeit ablesen. Es wird dadurch also klar, dass in der Branche xStunden pro Woche als Vollzeit gelten.


Wenn du jede Woche 5 Tage arbeitest und 40 Stunden zusammen bekommst, brauchst du solch ein Formular in der Regel nicht, denn dann hast du sowieso alles erfüllt. Es reicht dann einfach, wenn du deine Payslips (Lohnabrechnungen) als Nachweis einreichst.


Lege mit deinem Arbeitgeber deine wöchentlichen Stunden fest (die mit einem Vollzeitbeschäftigten übereinstimmen).



Gehe sicher, dass du den richtigen gesetzlichen Lohn erhälst, da du mindestens mit Mindestlohn (derzeit 23,66 AUD brutto) bezahlt werden musst.



Wenn du über 40 Stunden die Woche kommst, die in der Regel die offizielle maximale wöchentliche Arbeitszeit eines australischen Vollzeitbeschäftigten beträgt, bekommst du zwar natürlich mehr Geld, aber sparst dir nicht mehr Tage an. Auch 50 Stunden die Woche oder mehr zählen als 7 von 88 Tage. Wenn du 6 Stunden pro Tag arbeiten musst und an einem Tag 12 Stunden machst zählt das nicht als 2 Tage, also du kannst dir dann nicht am nächsten Tag frei nehmen und davon ausgehen, dass du den Tag am Tag zuvor schon vorgearbeitet hast.


Sollte das trotzdem mal vorkommen, und du kommst am Ende der Woche trotzdem auf deine ausgemachten Stunden, dann können dich nur die Payslips retten, nämlich dann, wenn in den Abrechnungen nicht die Tage, sondern nur die wöchentlichen Arbeitsstunden vermerkt sind.



Wenn deine Arbeitswoche 5 Tage ist und du unter 35 bis 40 Stunden bist, solltest du dir das auf jeden Fall vom Arbeitgeber besser schriftlich bestätigen lassen, nicht dass das Government skeptisch wird - wenn das aber in der Branche einfach so ist und du das bestätigen kannst, ist das kein Problem und dir werden 7 Tage angerechnet, auch wenn deine Wochenstunden nur 30 Stunden betragen.

Wenn du ganz sicher gehen willst, lasse dir das Formular schon geben, sobald du unter 40 Wochenstunden bist - Sicher ist sicher!



Wenn du einmal krank bist oder ein Feiertag in der Woche liegt, an dem du nicht arbeitest, dann gilt: Australische Feiertage und Krankheitstage können als Tag der angegebenen Arbeit gezählt werden, wenn du für diesen Tag auch bezahlt wirst. Nicht bezahlte Feiertage oder Urlaubstage können nicht in die angegebene Gesamtarbeitszeit einbezogen werden. Also auch das solltest du im Vorfeld mit deinem Arbeitgeber besprechen, wie das gehandhabt wird.



Fange nicht erst 3 Monate vor Ablauf deines Visums an zu arbeiten, denn du weißt im Vorfeld nie, ob du mal krank wirst, es aufgrund des Wetter nicht gearbeitet wird oder du sogar gekündigt wirst und dann hast du keine Zeit mehr auf deine 88 Tage zu kommen.



Du brauchst einen Arbeitsnachweis, den du bei der Beantragung deines 2. Jahres einreichen kannst. Möglich sind Payslips, PAYG (nicht jeder Arbeitgeber macht sich die Arbeit und füllt das aus, bei weniger als 35 bis 40 Wochenstunden solltest du aber sicherheitshalber darauf bestehen) oder Referenzen des Arbeitgebers - wichtig ist, dass irgendwo die ABN vom Arbeitgeber vermerkt ist.



Am besten schreibst du deine Stunden immer auf, sodass du sie mit deinen Abrechnungen vergleichen kannst.




Wir splitten unsere Farmarbeit auf. Die ersten Wochen arbeiten wir auf einem Weinberg und helfen bei der Traubenernte. Da die Erntezeit aber nur 4 bis 6 Wochen geht haben wir natürlich nicht unsere 88 Tage voll.



Wir haben mit unserem Arbeitgeber folgendes ausgemacht:


Unsere Arbeitswoche beträgt 5 Tage die Woche

40 Wochenstunden

Wir bekommen 27 Dollar brutto die Stunde

Wir werden wöchentlich bezahlt


Auf unseren Payslips sind die Wochenstunden angegeben, statt die Tage - wir sind aber sowieso jede Woche über den 40 Stunden und arbeiten sogar 6 Tage die Woche und über 40 Wochenstunden, wer aufgepasst hat, weiß jetzt aber, dass wir trotzdem nur pro Woche 7 Tage für unsere 88 days angerechnet bekommen, auch wenn wir jede Woche einen Tag mehr arbeiten, als es Voraussetzung ist. Der Vorteil daran ist einfach nur, dass wir innerhalb der paar Wochen mehr Geld sparen können als mit 5 Tagen die Woche.


Wir hoffen wir konnten dir in diesem Beitrag all deine Fragen bezüglich der 88 Tage beantworten. Wenn du noch Fragen hast, darfst du uns gerne schreiben oder unten einen Kommentar da lassen.

Und wenn wir dir einen leibgemeinten Rat geben dürfen: Lass dich bitte nicht verunsichern von all den Facebookgruppen - in den Gruppen erzählt jeder was anderes und es wird sich gegenseitig verrückt gemacht.


Wenn du dir jetzt unsicher bist, ob das, was wir hier erzählen wirklich stimmt, weil du das so noch nie gehört hast, dann kannst du gerne auf der Seite vom Government nachlesen. Schließlich willst du dir sicher sein, dass du auf deine 88 Tage kommst.


Im nächsten Beitrag wollen wir dir Schritt für Schritt erklären, wie man in Australien am besten an einen Job kommt, auf was man achten muss und wie das generell abläuft. Wir verraten dir schon einmal, dass es komplett anders ist als in Deutschland - also sei gespannt! Wir freuen uns auf dich, bis zum nächsten Mal!



Safe Travels,


Marc und Sabrina

167 Ansichten

Hallo Ihr!

Ihr fragt euch, wer hier eigentlich schreibt?

 

Wir sind 's: Marc & Sabrina, die Gründer von GEPACKT-GETAN.

Im September 2018 haben wir unseren Mut zusammengepackt, unsere Jobs gekündigt, die Backpacks gepackt und die Welt zu unserem neuen Zuhause gemacht. 

> Hier erfahrt ihr die ganze Geschichte <

Hinweis: Hinter den mit (*) gekennzeichneten Links stecken sogenannte Affiliate-Links. Das heißt, wenn ihr ein Produkt über solch einen Link kauft, oder ein anderer messbarer Erfolg vorliegt (z.B. Neukunde, Anmeldung usw),  erhalten wir ein kleines "Dankeschön" . Für euch ändert sich nichts am Preis und trotzdem unterstützt ihr uns damit. Coole Sache oder?

GEFLOGENE KILOMETER

BESUCHTE LÄNDER

ZEIT IM FLIEGER

  • Pinterest - Schwarzer Kreis
  • YouTube - Schwarzer Kreis
  • b-facebook
  • Instagram Black Round

© 2019 by gepackt-getan

Dir gefällt unsere Webseite?

Schreib uns gerne an - wir helfen dir deine eigene Webseite aufzubauen!