Viel Spaß beim Lesen

& lasst uns doch gerne einen Kommentar da

Arbeiten in Australien - Die Schritt für Schritt Anleitung zu deinem Job:


Du bist mit einem Work and Holiday Visum hier? Perfekt! Dann wird dich dieser Beitrag mit Sicherheit brennend interessieren.



Ganz besonders spezialisieren wir uns in diesem Beitrag auf die 88 Tage, mit denen du dein zweites Work and Travel Jahr beantragen kannst. Aber auch mit allen anderen Jobs läuft es ähnlich ab, es sei denn du willst in deinem gelernten Beruf arbeiten, da kann es vorkommen, dass du dazu eine White Card, ein Führungszeugnis, natürlich deine Qualifikationen, Referenzen, einen IELTS Test und/oder sogar eine Anerkennung von ACECQA benötigst. Doch dazu werden wir irgendwann anders kommen, wenn auch das Thema bei uns aktuell ist.



Keine Frage, Australien hat landschaftlich so viel zu bieten, dass man am liebsten gar nicht arbeiten gehen möchte. Aber mit dem richtigen Job macht auch die Arbeit Spaß und bietet dir auf jeden Fall super wertvolle Erfahrungen, die deinen weiteren Lebensweg mit Sicherheit bereichern werden.

Und: Es ist kein Geheimnis, dass Australien dafür bekannt ist, gutes Geld zu verdienen - und wir können bestätigen, das ist tatsächlich so!


Auf was du unbedingt bei der Jobsuche achten solltest, wie du es am besten angehst und was du dafür brauchst erklären wir dir alles Schritt für Schritt jetzt, in diesem Beitrag.


Vorneweg wollen wir gleich mal loswerden: Australien ist das perfekte Land um einen Job zu finden, auch wenn es mit den Jahren immer etwas mühsamer wird, weil neben dir, auch ganz viele andere auf die Idee kommen ein Jahr nach Australien zu gehen. Aber es ist Definitiv machbar, Backpacker sind in ganz vielen Branchen Herzlich Willkommen!


Wir haben bisher keinen Work and Traveller kennengelernt, der es in Australien nicht geschafft hat, einen Job zu bekommen. Natürlich klappt das nicht immer gleich, die einen brauchen etwas länger, die anderen haben etwas mehr Glück, aber mit einer gewissen Hartnäckigkeit und Ausdauer bringst du die besten Voraussetzungen mit einen Job zu ergattern.


Natürlich aber willst du nicht irgendeinen Job, schließlich bist du nicht hier her gekommen um dich ausnehmen zu lassen. Auch wenn das jetzt logisch klingt, kommt es doch immer wieder vor und das wollen wir dir ersparen.


Wir sind mit unserem Job echt richtig richtig zufrieden und wollen deshalb unsere Erfahrungen mit dir teilen:


10 Schritte bis du deinen Job fest in der Tasche hast:


Schritt 1: Ein australisches Bankkonto

Dazu haben wir schon einmal einen Blogeintrag geschrieben, diesen verlinken wir hier. Wenn du in Australien keinen "Cash in Hand Job" machen willst, ist es notwenig, dass du ein australisches Bankkonto hast, da die Arbeitgeber das Gehalt nur auf ein australisches Konto überweisen werden.



Schritt 2: Du brauchst eine TFN

Auch hierzu findest du ausführliche Informationen in diesem Beitrag. Wenn du eine TFN hast bezahlst du nur 15 Prozent Steuern. Hast du keine, bezahlst du den Höchstsatz und dementsprechend bleibt nicht mehr viel von deinem Bruttogehalt übrig.



Schritt 3: Dein Lebenslauf

Ja, nicht jeder Arbeitgeber verlangt einen Lebenslauf, doch es ist besser ihn zu haben. Schnell passiert es, dass du mit verschiedenen Firmen oder Arbeitgebern telefonierst und du deinen Lebenslauf über deren Emailadresse zukommen lassen sollst oder du fährst an einer Farm oder sonstigen Arbeitsstelle vorbei, stellst dich spontan vor und sollst auch hier deine Kontaktdaten in Form deines Lebenslaufes dalassen.


Wenn du in dem Moment dann keinen hast, kommt das ziemlich unvorbereitet und etwas doof an und du verspielst dir somit wahrscheinlich die Chance auf den Job, da es mit Sicherheit auch viele andere Bewerber geben wird, die bereits einen Lebenslauf dort gelassen haben.


Der australische Lebenslauf unterscheidet sich zum Deutschen sehr stark:



  • die Sprache


  • dass in Australien sowie im gesamten englischsprachigen Raum der Lebenslauf bedeutender ist als das Anschreiben


  • In Australien die Referenzen sehr wichtig sind, allerdings nicht unbedingt in Form von Arbeitszeugnissen, sondern in Form von angegebenen Autoritätspersonen auf, die Auskunft über dich geben können


  • dass du Zertifikate und Zeugnisse lieber zum Interview mitbringst, anstatt sie, wie in Deutschland der Bewerbung beizufügen


  • dass der englische Lebenslauf kein Bild enthält


  • dass die neuesten, aktuellsten Informationen im englischen Lebenslauf zuerst gelistet werden und er mit den Angaben, die zeitlich am weitesten entfernt sind endet


  • dass der englische Lebenslauf bis zu 2 Seiten lang sein darf


  • dass es in englischer Sprache keine Umlaute wie ö,ü,ä gibt, daher muss ae, oe, ue benutzt werden, genauso ist es mit dem ß, das zu ss wird


  • dass du Ländercodes mit anzugeben musst, wenn du Kontaktdaten angibst




Im Großen und Ganzen ist der englische Lebenslauf auf folgende Punkte aufgeteilt:


Personal Details

Das heißt, du gibst wie in Deutschland deinen Namen, Adresse, wenn du möchtest: Geburtsdatum und natürlich deine Kontaktadressen an.



Statement

Hier beschreibst du dein Anliegen, erzählst kurz was zu deiner Person und erläuterst, warum du dich für diesen Job interessierst.


Das gute ist, wenn du dich für einen Farmjob bewerben möchtest, dass du diesen Abschnitt nie ändern musst, wenn du es schaffst, allgemein, aber dennoch überzeugend zu formulieren.


Außerdem kannst du in dem Abschnitt deine Fähigkeiten aufzählen, also welche Stärken du mitbringst und warum du für den Job geeignet bist.


Die ganzen Punkte werden ähnlich wie im deutschen Bewerbungsschreiben aufgeführt, das heißt als Fließtext, aber viel kürzer!



Carrier Path/ Work Experience/Education/Interships

Hier zählst du deine bisherigen Arbeitserfahrungen, Praktika oder deine schulische Laufbahn auf, je nachdem wie alt du bist und was du eben vorweisen kannst.


Es ist besonders wichtig sich von seinen Mitbewerbern abzuheben, daher solltest du jedes Detail mit angeben. Wenn du noch keine Arbeitserfahrung hast, da du gerade erst die Schule beendet hast, dann nenne alle Nebenjobs sowie Praktika die du jemals gemacht hast - jede Erfahrung zählt!


Die chronologische Reihenfolge ist aufsteigend, deine aktuellste bzw. letzte Arbeitserfahrung sollte also oben stehen. Wichtig ist, dass du zu jeder Tätigkeit eine kurze Erklärung schreibst, also kurz darauf eingehst, was du genau gemacht hast.



Good to know/ Referees/Additional Skills

Referenzen sind sehr wichtig, wir haben sie allerdings weggelassen, da wir es für die Arbeit auf der Farm als nicht so wichtig angesehen haben, aber allgemein macht ein Lebenslauf mit Referenzen einen besseren Eindruck.


Diesen Punkt kannst du zum Beispiel mit „To whom it may concern“ beginnen und dann im Idealfall zwei bis drei frühere Arbeitgeber auflisten, ggf. deren Position angeben und eine Telefonnummer angeben.


Ansonsten kannst du diesen Punkt ganz variabel gestalten. Gehe entweder gezielter auf deine Hobbys ein oder überzeuge mit besonderen Kenntnissen und Fähigkeiten, die dich besonders machen oder die für den Job von großer Bedeutung sind.


Wenn z.B. ein Führerschein Voraussetzung ist, dann bring mit rein, dass du in Besitz eines Internationalen Führerscheins bist, im Idealfall sogar ein eigenes Auto hast und vor allem, dass du eine Arbeitsgenehmigung hast (dein Visum, inklusive Auslaufdatum).


Hier findest du den Lebenslauf von Sabrina, der dir eine genaue Orientierung geben soll.



Schritt 4: Wonach solltest du deinen Job auswählen


Saison beachten: In Australien dreht sich wirklich enorm viel um die Jahreszeiten. Egal ob Farmarbeit oder Barjobs, die Saison spielt eine entscheidende Rolle bei dem Erfolg deiner Jobsuche, denn wenn zur Zeit zum Beispiel keine Erntezeit ist, sieht es natürlich auch mit einem Job eher schlecht aus.


Manchmal hat man Glück und Farmer suchen auch Arbeiter, die bei der Saisonvorbereitung helfen.

Damit du eine ungefähre Vorstellung davon hast, wann es am sinnvollsten ist, dich wo zu bewerben, können wir dir diesen Erntekalender empfehlen. Der beste Zeitpunkt für deine Bewerbung sind 2 bis 4 Wochen vor Erntebeginn. Anders sieht das natürlich bei anderen Tätigkeiten aus. Aber probieren kannst du es natürlich immer: Lieber schickst du eine Bewerbung mehr raus, als eine zu wenig.


Von Bundaberg wurde uns mehrfach abgeraten. Diesen Rat können wir nur so weitergeben, ohne ihn bestätigen zu können. Viele haben dort negative Erfahrungen gemacht, wurden abgezockt, schlecht bezahlt und die Working Hostels haben nicht das gehalten, was sie Versprochen haben.



Bezahlung

Die Bezahlung spielt natürlich eine ganz wesentliche Rolle! Keiner mag es, unterbezahlt zu sein. Also, handel wie in Deutschland und scheu dich nicht nach dem Stundenlohn zu fragen. Alles über 23,66 AUD ist vollkommen in Ordnung, was drunter liegt wären wir persönlich skeptisch, da der Mindestlohn unseren Wissens nach derzeit bei 23,66 AUD liegt.


Wovon wir dir auf jeden Fall abraten ist: Bezahlung nach Bins/Eimern. Im Grunde heißt das nicht immer gleich was negatives, aber uns wäre das Risiko zu hoch.


Bezahlung nach Eimern kann eine Masche von den Farmern sein, den Mindestlohn zu umgehen. Wenn das Pensum zum Beispiel ist, dass du 15 Dollar pro Eimer bekommst, aber nur einen halben schaffst, ist das deutlich zu wenig Bezahlung für den Arbeitsaufwand.


Wenn du aber natürlich besonders tatkräftig und schnell arbeitest, kann es auch sein, dass du deutlich mehr verdienst. Wenn du zum Beispiel drei Eimer, a 15 Dollar in einer Stunde schaffst, würdest du einen Brutto Stundenlohn von 45 Dollar haben, das ist eine ganz Menge.


Die Versuchung ist also groß..


Es liegt also an dir, ob du das Risiko eingehen willst oder nicht. Du weißt im Vorfeld nie, wie die Voraussetzungen sind, auch bei uns ist es von Tag zu Tag unterschiedlich.


Wir pflücken zwar nicht mehr Hand, haben trotzdem manchmal 3 Eimer in der Stunde, manchmal auch nur 1 Eimer in 3 Stunden, je nachdem wie viele Trauben an den Stauden hängen und wie schnell der Kollege in der Erntemaschine ist. Bei einer Bezahlung nach Bins hätten wir auf jeden Fall deutlich weniger Lohn am Ende der Woche.



Mach dich vorher schlau

Manche Obstfarmen sind meist immer auf der Suche nach Arbeitern, aus dem ganz einfachen Grund: Niemand will die Jobs gerne machen.


Pflücken von Mangos:

Mangos müssen gepflückt, sortiert und verpackt werden. Das ist jetzt keine schwere Arbeit, aber einen Haken gibt es: Beim Abpflücken der Frucht, spritzt ein weißer Saft raus, der, wenn er in Berührung mit der Haut kommt, eine Verätzung verursacht.


Deswegen gilt, bei dieser Arbeit besonders vorsichtig und möglichst am ganzen Körper bekleidet zu sein und außerdem Handschuhe zu tragen. Bei 40 Grad ist das allerdings etwas unangenehm.

Das Sortieren und Verpacken der Früchte ist wesentlich angenehmer, da es im "Shed" stattfindet, also etwas kühler und schattig ist.


Bananenplantagen:

Das betrifft eher die Jungs, da die Mädchen meistens nicht für die Ernte eingesetzt werden: Der Saft aus den Bananenbäumen geht nie wieder raus und hinterlässt dunkelbraune, unschöne Flecken. Zudem ist es bekannt, dass es auf den Bananenplantagen vor Schlagen und Bananenspinnen wimmelt.



Schritt 5: Die Jobsuche


Hier gibt es nicht den einen, richtigen Weg, sondern gleich eine Menge an Möglichkeiten:


Gumtree - das australische Ebay

Hier gibt es zwei Möglichkeiten, wie auch auf Ebay (Verkäufer/Käufer).


Auf Gumtree gibt es zahlreiche Anzeigen diverser Jobangebote. Um hier eine reelle Chance zu haben, ist es unbedingt notwendig, dass du täglich, wenn nicht sogar stündlich die Angebote checkst und dich direkt bewirbst, wenn etwas passendes für dich dabei ist.


Eine andere Alternative ist es, eine eigene Anzeige du schalten.


Das wirst du aus Deutschland nicht kennen und hört sich deshalb erstmal ungewohnt an, aber das ist hier in Australien ganz normal.


In so einer Anzeige schreibst du rein, dass du einen Job suchst, wann du verfügbar bist, und was für Erfahrungen du hast. Natürlich darfst du deine Kontaktdaten nicht vergessen anzugeben. Was hier, im Gegensatz zum Lebenslauf auch ganz gut kommt, ist ein Bild, das dich vielleicht beim Arbeiten zeigt oder Ähnliches. Und denk daran, wenn sich dein Standort ändert, ändere das auch in der Anzeige, es sei denn du hast kein Problem mehrere Kilometer zu fahren/fliegen um den Job wahrzunehmen.


Klingt das etwas absurd für dich? Keine Angst, auch wir haben uns erstmal komisch angeguckt, haben aber tatsächlich verschiedene Angebote darüber erhalten.



Facebookseiten

Zu dem Punkt können wir nur sagen, überprüfe die diversen Facebookseiten und schreibe die Leute, die nach Nachfolgern oder Verstärkung suchen am besten gleich persönlich an.

Glück spielt hier allerdings eine sehr große Rolle, denn diese Gruppen wachsen und gerade die Jobs, die für das 2. Jahr zählen sind sehr beliebt.


Wir sind zum Beispiel in folgenden Gruppen:

AUSTRALIEN Work and Travel 2019/2010

Backpacker aus Deutschland

Backpacker Jobs in Australia

AUSTRALIEN Backpacker ARBEITSMARKT



Jobportale

Ja, was sollen wir dazu sagen, die Angebote sind riesig. Wir persönlich haben es nicht über ein Jobportal probiert, haben aber


www.aussiejob.com.au

www.thejobshop.com.au

www.seek.com.au


empfohlen bekommen.


Auch die App 88daystowork kann eine super Orientierung sein, ist aber nicht aktuell, das heißt es fehlen Farmen und manche Nummern sind veraltet. Orientierung deshalb, weil wir nie auf eine App alleine vertrauen, sondern die Farmen auch immer noch einmal auf Postcode usw. checken würden.



Freunde

Australien ist der Treffpunkt aller Deutschen. Ok, nicht ganz, aber es ist wirklich krass, wieviele Deutsche jährlich nach Australien kommen. Das heißt, es ist nicht ungewönlich, wenn fast jeder jemanden kennt, der schon einmal in Australien war oder vielleicht sogar zum gleichen Zeitpunkt dort ist.


Deshalb: Frag am besten im Bekannten oder Freundeskreis rum, vielleicht kann dir jemand eine Farm empfehlen und beim Farmer ein gutes Wort für dich einlegen.



Working Hostels

Was ist ein Working Hostel? Ganz einfach: Ein Hostel, das nebenbei auch Jobs vermittelt.

Wir sind keine Fans von Hostels. Wir lernen wirklich gerne Leute kennen, aber mit einem Hostel können wir uns nicht so wirklich anfreunden. Das sagen wir hier an dieser Stelle, weil diese Einstellung vielleicht indirekt Einfluss auf unsere Meinung zu Working Hostels hat.


Aber, wir sind ehrlich und das wisst ihr: Wir halten nichts von Working Hostels. Der ein oder andere fragt sich jetzt vielleicht, ob wir schon einmal schlechte Erfahrungen damit gemacht haben. Nein, haben wir nicht. Wir sind einfach der Meinung, dass man die besseren Jobs ohne ein Working Hostel bekommt.


Working Hostels haben außerdem in ganz Australien nicht unbedingt den besten Ruf, wir haben einfach schon so viele negative Stories über Working Hotels gehört. Ein Beispiel ist zum Beispiel, dass diese Hostels die Bedingung haben, dass man mindestens zwei Wochen vor Arbeitsbeginn im Hostel wohnen muss, was für uns schon einmal pure Abzocke ist, und sich dann der Starttermin immer nach hinten verschiebt, sodass du mehrere Wochen schon dort wohnst, zahlst und immer noch keinen Cent verdient hast.


Wenn du jetzt denkst, es geht nur um wenige Euro, liegst du falsch. Ja, Hostel sind bekannt dafür, dass sie günstig sind, aber in Australien ist keine Unterkunft so wirklich günstig, auch ein Hostel nicht und ein Working Hostel ist in der Regel noch mal teurer.


Noch dazu, verdient man in der Regel weniger, als wenn du privat einen Farmer oder Arbeitgeber findest.


Kurz und knapp: Die meisten, die in einem Working Hostel in Australien waren berichten von Ausbeute.


Wenn du andere Erfahrungen gemacht hast, berichte doch gerne in den Kommentaren davon.



Jobagenturen

Es gibt sehr viele Jobagenturen in Australien. Vergleichen kann man diese Agenturen mit den Agenturen für Arbeit in Deutschland. Soweit wir wissen, sind diese Vermittlungen kostenlos.



Telefonate und persönliches Vorstellen

Das beste kommt zum Schluss - sagt man doch so oder? Auch in der heutigen Zeit wird es noch am Liebsten gesehen, sich persönlich vorzustellen.


Wir hatten damit auf jeden Fall am meisten Erfolg: Wir haben zahlreiche Farmen telefonisch kontaktiert und sind auch persönlich vorbei gefahren und haben unsere Situation geschildert.

Das wichtigste dabei ist, auch nach 100 Absagen beim nächsten Telefonat nicht genervt rüberzukommen und zuversichtlich zu sein, dass jeder neue Anruf oder Besuch die Türe für einen neuen Job sein kann.


Also: Hau in die Tasten, steig in dein Auto und klappere alle in Frage kommenden Farmen oder Arbeitgeber ab.



Schritt 6: Lebensläufe verteilen


Wie du siehst, es gibt eine Menge an Möglichkeiten einen Job zu finden. Um perfekt vorbereitet zu sein, solltest du dir deinen Lebenslauf in einem Copy Shop mehrfach ausdrucken lassen.


So kannst du deinen Lebenslauf bei der Firma/Farm lassen, sodass sie deine Daten haben, um dich evtl. zurückzurufen. Solltest du gar nichts mehr hören und es klang aber so, dass Personal gesucht wird, solltest du auf jeden Fall von dir aus nochmal aktiv werden und telefonisch nachfragen, oder sogar noch einmal vorbei fahren und nachfragen. Das zeigt, dass du wirklich sehr interessiert an dem Job bist.


Uns ist es auch oft passiert , dass uns in Telefonaten gesagt wurde, wir sollen den Lebenslauf an eine E-Mailadresse schicken. Tatsächlich haben wir daraufhin einige Rückrufe erhalten.


Speichere den Lebenslauf also auch als PDF ab - so ist er „versandbereit“.



Schritt 7: Superannuation


Was das ist? Die australische Rente. Die Abkürzung von Superannuation ist einfach nur „Super“ und kurz erklärt eine Art Altersvorsorge in Australien.


Superannuation (oft auch einfach „Super" genannt) ist eine Art der Altersvorsorge in Australien. Der derzeitige Superannuation Betrag liegt bei 9,5 Prozent des Bruttoeinkommens.


Anspruch auf die Super hat jeder, der zwischen 18 und 69 Jahre alt ist und in Australien gearbeitet hat, egal ob Teilzeit, Vollzeit oder Casual.


Im Gegensatz zu Deutschland wird dieser Betrag nicht vom Bruttogehalt abgezogen und in dein Rentenkonto eingezahlt, sondern wird zusätzlich zum Gehalt vom Arbeitgeber bezahlt. Die australischen Arbeitgeber sind sogar verpflichtet diese Super zu zahlen, insofern Anspruch besteht.

Um die Super in deinem eigenen Super Fond zu bekommen brauchst du einen Superannuation Account. Erstellen kannst du den Account bei der Westpac zum Beispiel ganz einfach online. Die Westpac bietet sich natürlich an, wenn du dort auch schon dein normales Bankkonto hast. Natürlich aber gibt es auch viele andere "Anbieter".


Alles was du dann noch tun musst, sobald du das Arbeiten beginnst ist, ein zusätzliches Formular auszufüllen, mit welchem dein Arbeitgeber dich bei deinem oder seinem Super Fond anmeldet.


Wenn du ein eigenes Superannuation Account erstellt hast, hast du den vollen Überblick über deine Super. Vorstellen kannst du dir das wie ein Sparkonto - du siehst wieviel Geld auf dem Konto ist, hast aber keinen Zugriff, bis du entweder in Rente bist (angenommen du bekommst die Permanent Residence) oder wenn du wieder nach Hause geflogen bist und dein Australienaufenthalt auch offiziell beendet ist (Ablauf des Visums) - das bedeutet, bei vorzeitiger Heimkehr musst du warten, bis dein Visum abläuft, bevor du auf die Super zugreifen kannst.


Und wichtig: Seit dem 1. Juli 2017 bekommen Backpacker, mit dem Visum subblass 417 und 462 nach Beendigung des Australienaufenthaltes nur noch 35 % der Superannuation-Einzahlungen zurückerstattet , den Rest behält das australische Government. Genau nachlesen kannst du das hier.


Wenn du keinen eigenen Account eröffnet hast, kriegst du die Super trotzdem - allerdings zahlt der Arbeitgeber den Betrag dann in einen Fond seiner Wahl ein und es entstehen zusätzliche Kosten.


Wenn dein Arbeitgeber dir kein Formular gibt frage gezielt nach, manche Arbeitgeber vergessen das nämlich gerne.



Schritt 8: Organisatorische Dinge


Frage, was du an Arbeitskleidung benötigst

Im Prinzip sind alte Shorts und T-Shirts am einfachsten und natürlich geschlossene Schuhe. Doch denk dran, dass dein Chef da ein Wörtchen mitzureden hat, schließlich ist er für dich verantwortlich, wenn etwa passiert.


Wenn du in der Sonne arbeitest empfehlen wir dir auf jeden Fall einen Hut.



Unterkunft

Du solltest unbedingt abklären, wo du die Zeit über wohnen kannst.


Das sagen wir deshalb, weil die Voraussetzungen ganz verschieden sind:


- es gibt Arbeitgeber, die haben eine kleine Wohnung oder sogar ein Haus, was sie dir für die Zeit deines Arbeitsverhältnisses zur Verfügung stellen (entweder umsonst oder gegen Miete)

- es gibt Arbeitgeber, die bieten dir an, mit deinem eigenen Auto auf dem Grundstück campen zu können

- und es kommt auch vor, dass du dir außerhalb entweder einen Campingplatz oder eine andere Unterkunft suchen musst



Fülle die Papiere aus

Für Casual Arbeiter, worunter wir Backpacker eigentlich meistens fallen gibt es keine typischen Arbeitsverträge. Du bekommst also nichts schwarz auf weiß in die Hand - und kannst jederzeit gekündigt werden oder natürlich auch jederzeit selbst fristlos kündigen.

Trotzdem bleibt der Papierkram nicht erspart. Schließlich muss der Arbeitgeber dich anmelden. Dafür braucht er deine persönlichen Daten, sowie deine TFN und Bankverbindung.


Welche Papiere wir genau ausfüllen mussten listen wir kurz auf:


Employee Confidential Information (vom jeweiligen Arbeitgeber erstellt)

Tax file number declaration (vom australischen Government)

Superannuation (super) standard choice form (vom australischen Government)



Lege deine Arbeitszeit fest

Wenn deine Arbeit für die 88 Tage zählen soll, ist es wichtig, dass du erfährst, wieviele Stunden eine gewöhnliche Vollzeitwoche hat und dementsprechend musst du mindestens arbeiten.


Wenn du nicht für das zweite Jahr arbeitest, spielt das weniger eine Rolle, dennoch solltest du natürlich eine ungefähre Vorstellung davon haben, wie viele Stunden in der Woche auf dich zukommen und was deine Arbeitszeiten sind.


Bezahlung

In Australien werden Lohnangaben in Bruttobeträge angegeben. Das heißt es werden von der Lohnangabe noch Steuern abgezogen.


In der Regel werden Löhne nicht wie in Deutschland am Ende des Monats gezahlt, sondern wöchentlich überwiesen, in seltener Fällen auch „zwei-wöchentlich“. Genauso ist es übrigens mit der Miete für eine Wohnung.


Backpacker werden in der Regel als „Casual“ angestellt. Das heißt, dass man auch nur auf Stundenbasis arbeiten kann, keine Kündigungsfrist hat und im Krankheitsfall keinen Gehalt erhält.



Steuer

Seit dem 1. Januar 2017 gibt es eine einheitliche Regel für alle Backpacker mit dem Visa subblass 417:


Jeder, der eine TFN hat zahlt einen einheitlichen Steuersatz von 15 Prozent und kann aber am Ende des Aufenthaltes die Steuern nicht mehr zurückerhalten. Eine Steuererklärung ist also hinfällig.


Allerdings: Für Arbeiten bis zum 31.12.2016 kannst du immer noch deine Steuern zurückverlangen. Auch wenn du Australien erst nach diesem Datum verlässt, erhältst du deine Steuern bis zu diesem Zeitpunkt zurück erstattet.



Schritt 9: Sammle deine Payslips


Deine Payslips braucht du für das Government als Arbeitsnachweis und auch um deine Super geltend zu machen. Im Normalfall bekommst du aber auch, wenn du einen Arbeitsgeber verlässt eine „Payment Summary“ , also eine Zusammenfassung von dem Lohn, den du in der Zeitspanne, in der du angestellt warst, verdient hast, den Steuerabgaben und den Super-Beiträgen.


Diese Summary reicht aus, solltest du einzelne Payslips verlegt haben. Vergleichbar ist das mit dem deutschen Lohnsteuerbescheid.


Was wir dir noch mit auf den Weg geben wollen:

Mache nicht den Fehler und lasse dich von Erfahrungen anderer beeinflussen.

Versteife dich nicht einzig und allein auf ein Tätigkeitsfeld

Pack die Dinge positiv an




Arbeiten im Ausland ist eine der besten Erfahrungen, die es gibt!


Wenn du Hilfe brauchst oder irgendwas noch unklar ist, dann schrieb uns gerne und wir versuchen dir zu helfen.


Und zum Schluss verraten wir dir, wie wir an unseren Job gekommen sind:


Farmer kennen sich gegenseitig und reden miteinander. Dort wo wir momentan arbeiten haben wir uns nicht beworben, dennoch hat der Farmer unseren Lebenslauf erhaltenen und uns direkt angeschrieben, ob wir Interesse hätten für ihn zu arbeiten. Nachdem wir uns dann telefonisch mit ihm in Verbindung gesetzt haben, er uns gleich sympathisch war, stand für uns fest: Das wird unser Job!


Und wir müssen sagen, wir haben mit dem Job einen ganz schönen Glücksgriff gemacht.


Wir

arbeiten in einem Weinberg

helfen bei der Traubenernte

verdienen 27,75 Dollar die Stunde

haben ein Haus, das uns wöchentlich 200 AUD Miete kostet

haben eine 40 Stunde Woche - arbeiten aber weitaus mehr, das bedeutet wir sparen einiges an Geld

sind die einzigen Backpacker

und haben das Problem, das es bei jeder Farmarbeit gibt: Die Monotonie


Schreibt uns doch bitte, ob ihr den Blogbeitrag hilfreich findet und was euch persönlich noch an Information fehlt.



Bis zum nächsten Mal ihr Lieben & viel Erfolg bei der Jobsuche!


Liebe Grüße,


Gepackt-Getan

Marc und Sabrina


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Hallo Ihr!

Ihr fragt euch, wer hier eigentlich schreibt?

 

Wir sind 's: Marc & Sabrina, die Gründer von GEPACKT-GETAN.

Im September 2018 haben wir unseren Mut zusammengepackt, unsere Jobs gekündigt, die Backpacks gepackt und die Welt zu unserem neuen Zuhause gemacht. 

> Hier erfahrt ihr die ganze Geschichte <

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